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Ich habe das Buch vor einigen Tagen beendet und erst wollte ich keine Rezension schreiben. Im ersten Moment war ich tatsächlich einfach nur wütend auf Colleen Hoover. 😉 Jetzt habe ich die Geschichte sacken lassen und kann meine Meinung ein bisschen reflektierter darstellen.

Bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, habe ich schon mehrfach gehört, dass dieses Buch „anders“ ist, als die anderen Bücher der Autorin. Und das war es definitiv. So anders, dass ich es nicht mal in ein bestimmtes Genre einordnen kann. Der Verlag hat es einfach als „Roman“ bezeichnet, für mich geht es eher in die Richtung „Psychothriller“.

Kommen wir erstmal zum Positiven: Der Schreibstil hat mich auch in diesem Buch wieder voll überzeugt. Ich konnte durch die Seiten fliegen, ohne dass ich über Sätze gestolpert bin. Zudem war das Buch für mich ein absoluter Pageturner. Ich habe es nahezu an einem Tag weggeatmet, da es sehr spannend war.

Im Buch wurden parallel zur eigentlichen Handlung Kapitel aus einem Manuskript, geschrieben von einer handelnden Person, eingefügt. Dieser Wechsel hat mir auch gut gefallen.

Nun zum Inhalt: Was war das denn bitte? Die Autorin hat in ihrer Danksagung geschrieben, dass ihr Mann und ihre Kinder dieses Buch nicht lesen sollen. Da stimme ich ihr voll zu, die wären vermutlich genauso schockiert wie ich darüber, was für Gewaltfantasien sie zu Papier gebracht hat. Eigentlich hätte ich auf der ersten Seite schon gewarnt sein sollen, da bereits dort eine brutale Szene beschrieben wurde, die so gar nicht zu Colleen Hoover passt und im Nachhinein auch nicht zwingend notwendig gewesen wäre.

Ich lese gerne Bücher von Sebastian Fitzek oder schaue Serien wie Game of Thrones, in denen viele Gewaltszenen eingebaut sind, aber bei „Verity“ wurde meine persönliche Grenze überschritten. Die Szenen von Gewalt und extremer Vernachlässigung gegenüber bestimmter Personengruppen (ich versuche nicht zu spoilern) waren mir hier einfach too much.

Davon abgesehen waren für mich einige Plottwists ziemlich unlogisch und vor allem das Ende hat mir gar nicht gefallen. Ich hatte mit der Geschichte schon abgeschlossen, als noch einmal was oben draufgesetzt wurde. Das Ganze wurde dann nicht mal richtig zu Ende erzählt, sodass es rund ist. Die Autorin hat in der Danksagung geschrieben, dass sie erst kurz vor dem Abgabetermin fertig wurde und genauso wirkt das Ende auch für mich.

Die Charaktere fand ich auch etwas merkwürdig. Mit Jeremy konnte ich gar nichts anfangen. Ich hatte bis zum Schluss kein richtiges Bild von ihm vor Augen. Die Protagonistin Lowen war mir da anfangs schon etwas sympathischer. Aber durch die Dinge, die sie sie sich gegen Ende der Geschichte erlaubt hat, hat sie sich dann auch ins Aus geschossen.

Ich habe mir nach Beenden des Buches mehrere Rezensionen von anderen durchgelesen. Viele der Leser, die das Buch zwischen 1 und 3 Sterne bewertet haben, haben geschrieben, dass das ihr erstes Buch von Colleen Hoover war und sie kein weiteres mehr lesen werden. Und das ist so schade! Ich habe schon einiges von ihr gelesen und war jedes Mal begeistert. Klar, wenn jemand mit New Adult oder Liebesromanen nichts anfangen kann, dann ist Colleen Hoover die falsche Autorin. Aber sonst ist sie wirklich lesenswert und mir tut es im Herzen leid, ihr hier nur 2 Sterne geben zu können.

Kategorien: Rezension

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