© Laura Kneidl, Lyx

Nachdem Anni und ich bei Berühre Mich. Nicht. Beide begeistert waren, haben wir uns entschlossen Someone New in einem Buddyread zu lesen. Voller Vorfreude habe ich das Buch aufgeschlagen…

Doch leider hat mich Someone New ziemlich enttäuscht.

Die Handlung klang erstmal sehr vielversprechend. Ein Mädchen aus reichem Hause studiert an einer Unis für ‚Normalos‘. Dabei verliebt sie sich in einen jungen Mann, den ihre Eltern vermutlich nicht gutheißen würden. Nebenbei begibt sich unsere Protagonistin auf die Suche nach ihrem verschollenen Bruder.

Meine Kritikpunkte am Buch, die so ziemlich die gleichen, wie die von Anni sind, möchte ich im Folgenden kurz erklären:

  • Der Schreibstil: Bis zur Hälfte des Buches wirkte der Schreibstil auf mich abgehackt und komisch. Viele Ereignisse wurden nicht richtig beschrieben. In wenigen Sätzen fasste Micah sie in ihren Gedanken zusammen anstatt uns Leser daran teilhaben zu lassen. Dadurch hatte ich Probleme in die Geschichte reinzukommen.
  • Die geballte Ladung an Klischees: Ich finde es toll, wenn sich Bücher mit Problemen unserer Gesellschaft, Vorurteilen oder sogenannten Randgruppen beschäftigen. Denn mir öffnet ein gutes Buch oft andere Sicht- und Denkweisen. Dieses Buch hat aus meiner Sicht aber viel zu viele Klischees auf einmal aufgreifen wollen. Gefühlt hatte jede wichtige Rolle mit einem äußerlichen Vorurteil oder ähnlichem zu kämpfen. Dadurch wirkte das Ganze auf mich nicht mehr realistisch.
  • Micahs Verhältnis zu ihren Eltern: So richtig konnte ich die Beziehung der Protagonistin zu ihren Eltern nicht verstehen. Sie beschrieb sie regelmäßig als liebevolle und gefühlvolle Eltern, die Bilderalben für ihre Kinder geführt hatten, immer da waren, wenn sie sich das Knie aufgeschlagen hatten und ihren Kindern jeden Wunsch erfüllt haben. Diese Beschreibung passt aber überhaupt nicht zu dem Verhalten der Eltern. Diese Verhalten sich durchweg kalt und ignorant.
  • Micah und Julien: So richtig konnte ich ehrlich gesagt nicht nachempfinden, was Julien an Micah findet. Ihre Gefühle füreinander waren für mich kaum greifbar, weil Micah sich aus meiner Sicht auch sehr ambivalent verhalten hat.

Auf der Hälfte war ich wirklich ganz kurz davor das Buch abzubrechen. Anni und ich waren uns beide eigentlich schon sicher nicht mehr weiterlesen zu wollen.

Doch was definitiv für dieses Buch spricht: Ich war zu neugierig. Ich wollte unbedingt die Auflösung auf die zwei großen Geheimnisse des Buches bekommen. Ich konnte es wirklich überhaupt gar nicht vorhersehen und hatte tausend verschiedene Szenarien im Kopf.

Als dann zur Hälfte des Buches der Schreibstil auf einmal besser wurde und ich die Szenen nicht mehr als so abgehackt empfunden habe, konnte ich das Buch in meinem für mich gewohnten Tempo beenden. (Das heißt ich habe die zweite Hälfte an einem Abend gelesen 😉 )

Zusammengefasst würde ich sagen: Es ist ein thematisch sehr interessantes, aber ziemlich überladenes Buch. Wenn ihr Berühre Mich. Nicht. gelesen und so geliebt habt, wie Anni und ich, dann geht nicht mit den Erwartungen an das Buch heran etwas vergleichbares zu lesen.

Trotzdem will ich auch nicht gänzlich davon abraten. Wenn ihr New Adult Fans seid und über den für mein Empfinden abgehackten Anfang lesen wollt, dann wird euch eine sehr spannende Geschichte präsentiert.

Kategorien: Rezension

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