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Historische Romane gehören eigentlich nicht direkt zu meinen bevorzugten Genres. Allerdings habe ich eine Vorliebe für historische Geschichten, in denen es um medizinische Themen geht. Noch besser in der Kombination mit einer Protagonistin, die sich in einem medizinischen Beruf durchsetzen möchte und zunächst von allen unterschätzt wird. Das alles habe ich von diesem Buch erwartet, und genauso auch bekommen.

In „Kinderklinik Weißensee“ stehen zwei Schwestern im Vordergrund, die keine leichten Voraussetzungen für den Start in eine Ausbildung zur Krankenschwester haben. Mir hat es großen Spaß gemacht, den beiden „zuzusehen“, wie sie versuchen sich gegenüber ihren Mitmenschen zu behaupten und um ein besseres Leben zu kämpfen. Ungerechtigkeiten und Intrigen haben das Ganze noch spannender gemacht.

Neben dem Thema Frauen in der Medizin spielte hier auch die Liebe zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten eine große Rolle. Dafür bin ich in Romanen auch immer zu haben. 😉 Für meinen Geschmack haben sich die Gefühle zwischen den Schwestern und ihren jeweiligen Auserwählten etwas zu schnell entwickelt. Hier hätte sich die Autorin ruhig etwas mehr Zeit lassen können, dann hätte es für mich authentischer gewirkt.

Davon abgesehen hat mir die Handlung sehr gut gefallen und ich freue mich auf den zweiten Band, der ein paar Jahre später spielt. In der Zwischenzeit mache ich mich auf die Suche nach der „echten“ Kinderklinik Weißensee, deren Ruine heute noch existiert und die die Autorin zu diesem Roman inspiriert hat. Obwohl ich in der Nähe aufgewachsen bin, habe ich noch nie von ihr zuvor gehört.

Kategorien: Rezension

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