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Ich habe vor einiger Zeit mal in „Celestial City“ reingelesen, bevor ich es als Rezensionsexemplar angefragt habe. Die Leseprobe hat mir zugesagt und der Anfang des Buches konnte durchaus mein Interesse wecken. Mich haben ein bisschen die vielen Informationen über die Weltgestaltung und die verschiedenen magischen Wesen zu Beginn irritiert, da es viel auf einmal war. Ich konnte mir da noch nicht genau vorstellen, wie die Dämonen aussehen oder ähnliches. Der weitere Verlauf des Buches konnte mich leider nicht begeistern.

Brielles Besonderheit, die auch im Klappentext genannt wird, hat mir zunächst sehr gefallen. Allerdings kamen im Laufe der Geschichte so viele Fähigkeiten und Begabungen dazu, dass mir das zu viel wurde und ich immer mehr das Interesse an Brielles Entwicklung verlor. Generell konnte ich mit ihrem Charakter nicht viel anfangen. Sie sollte 18 oder 19 Jahre alt sein (ihr Geburtstag ging entweder in einem Zeitsprung unter oder ich habe es überlesen), benahm sich aber wie ein vorpubertierendes junges Mädchen. Zwischenzeitlich habe ich befürchtet, dass ich aus Jugendbüchern einfach herausgewachsen bin, aber wenn ich an andere tolle Jugendbücher denke, kann ich den Gedanken schnell wieder verwerfen. Brielle hat sich oft einfach albern verhalten. Ich konnte durchaus nachvollziehen, warum Lincoln mit ihr zunächst nicht viel zu tun haben wollte. Er hat den Grund auch Brielle genannt, aber sie hat es entweder wieder vergessen oder ignoriert. Sie nimmt kaum Rücksicht auf die Gefühle anderer oder handelt teilweise einfach kindisch. Bestes Beispiel: Auf einer Spendenverantstaltung hofft sie, dass sie wenig Geld spenden muss, um eines der Geschenke zu erhalten. Zudem sieht sie manchmal das Offensichtliche nicht, was mich bei Büchern wahnsinnig macht.

Ihre beste Freundin Shea mochte ich deutlich mehr. Anfangs wurde auf ihre besondere magische Eigenschaft eingegangen, die ich sehr spannend fand. Leider wurde dieses Thema ziemlich schnell „aufgelöst“. Generell wurden für mich in der Geschichte viele Konflikte/Kämpfe zu schnell abgearbeitet. Es ging vieles einfach zu glatt. Mir kam es manchmal so vor, als wenn es für jedes Problem den passenden Zauber gibt und jemand zur Stelle ist, der diesen auf Lager hat. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, wo die Magie in dieser Welt anfängt und wo sie aufhört. So kam für mich wenig Spannung auf. Hinzu kamen viele Zeitsprünge, sodass ich mich fühlte, als würde ich durch dieses erste Collegejahr durchrauschen und alles im Schnelldurchlauf sehen.

Am Ende wurde es dann tatsächlich noch spannend. Die turbulenten Szenen am Ende hat die Autorin fesselnd beschrieben und mit der Wendung hätte ich nicht gerechnet. Da kam für mich das erste Mal in diesem Buch Herzklopfen auf. Obwohl das Buch spannend endete, werde ich die Reihe nicht weiterlesen.

Von der Handlung und der Protagonistin abgesehen, konnte mich auch der Schreibstil nicht überzeugen. Ich konnte nicht herausfinden, ob dieses Buch das erste allein geschriebene von Leia Stone ist, aber es wirkte so. Die Sprache ließ mich mehrfach die Augen verdrehen und es wurden viele Formulierungen ständig wiederholt.

Das Cover des Buches ist einfach toll, aber der Inhalt konnte mich leider nicht so begeistern. Durch das spannende Ende bin ich letztendlich auf 2,5 Sterne gekommen.

P. S.: Die liebe und zuvorkommende Art der Erzengel Gabriel und Raphael konnte ich ihnen nach der Angulus-Reihe von Marah Woolf irgendwie nicht abkaufen. 😉

Kategorien: Rezension

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